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Prof. Dr. med. Amir Samii

Prof. Dr. med. Amir Samii

Vizepräsident und stellvertretender Ärztlicher Direktor des INI Hannover

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Berufliches Profil

Prof. Amir Samii schloss 1995 sein Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover ab und absolvierte seine neurochirurgische und neurowissenschaftliche Ausbildung an der Klinik für Neurochirurgie der Charité – Humboldt-Universität zu Berlin, am Brain Research Institute und der Division of Neurosurgery der University of California, Los Angeles (UCLA) sowie an der Neurochirurgischen Klinik des Nordstadtkrankenhauses Hannover.

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann bereits während des Studiums mit experimentellen Arbeiten zum Schädel-Hirn-Trauma. Im Alter von 31 Jahren habilitierte er sich für Experimentelle Neurochirurgie und erhielt die Venia Legendi an der Medizinischen Hochschule Hannover. Damit wurde er Privatdozent und später zum Professor für Neurochirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover ernannt.

Nach Erlangung der Facharztanerkennung für Neurochirurgie wechselte er 2003 zu seinem Vater, Prof. Madjid Samii, an das International Neuroscience Institute (INI) Hannover. Dort setzte er seine klinische und wissenschaftliche Arbeit insbesondere auf den Gebieten der komplexen Neurochirurgie, Schädelbasis-, Hirntumor- und Hirnnervenchirurgie sowie der technologisch unterstützten Neurochirurgie fort.

2008 wurde Prof. Samii zum Vizepräsidenten und Stellvertretenden Ärztlichen Direktor des International Neuroscience Institute Hannover ernannt. In dieser Funktion ist er neben seiner operativen Tätigkeit wesentlich an der medizinischen und strategischen Weiterentwicklung des Instituts beteiligt.

Darüber hinaus ist Prof. Samii Executive Vice President des China International Neuroscience Institute (China INI) in Peking am Xuanwu Hospital der Capital Medical University.

Chirurgische Expertise

Prof. Amir Samii ist auf komplexe mikrochirurgische Eingriffe an Gehirn, Schädelbasis, Hirnnerven, Wirbelsäule, Rückenmark und peripheren Nerven spezialisiert. Eine besondere Expertise besteht in der Behandlung hochkomplexer Hirntumoren, einschließlich tief gelegener Tumoren und Läsionen in funktionell bedeutsamen Hirnregionen, sowie von Hirnstamm- und Schädelbasistumoren. Die Erhaltung neurologischer Funktionen ist dabei ein zentrales Prinzip seines chirurgischen Vorgehens.

Sein mikrochirurgisches Fundament erhielt Prof. Amir Samii von seinem Vater, Prof. Madjid Samii, dessen Schule der Schädelbasis-, Hirntumor- und Hirnnervenchirurgie seine operative Entwicklung entscheidend prägte. Auf diesem Fundament entwickelte er seine eigene chirurgische Expertise weiter und verband die klassische Mikrochirurgie frühzeitig mit neuen bildgebenden, funktionellen und technologischen Verfahren.

Bereits in den 1990er-Jahren gehörte er zur Pioniergeneration der Neuronavigation und integrierte bildgestützte Verfahren frühzeitig in seine neurochirurgische Tätigkeit. Ab den 2000er-Jahren folgte die systematische Einbindung der intraoperativen Bildgebung und später moderner Verfahren des Brain Mappings, des neurophysiologischen Monitorings, der Endoskopie, der fluoreszenzgestützten Chirurgie und innovativer Visualisierungstechniken.

Sein chirurgisches Konzept verbindet mikrochirurgische Anatomie und Technik mit modernster Technologie, um höchste Präzision und bestmöglichen Funktionserhalt zu erreichen.

Sein operatives Spektrum reicht von der komplexen kraniellen und Schädelbasischirurgie bis zur gesamten Wirbelsäule vom kraniozervikalen Übergang bis zum Sakrum. Es umfasst unter anderem die Chirurgie von Rückenmarks- und Wirbelsäulentumoren, komplexe rekonstruktive Eingriffe und minimalinvasive Wirbelsäulenchirurgie sowie die Chirurgie peripherer Nerven.

Wissenschaftliches Profil

Die wissenschaftliche Laufbahn von Prof. Samii begann 1992 mit experimentellen Arbeiten zum Schädel-Hirn-Trauma, zunächst im Rahmen seiner Doktorarbeit. Während der 1990er-Jahre und darüber hinaus bildeten das experimentelle Schädel-Hirn-Trauma und die Neuroprotektion einen wesentlichen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit und schufen das experimentelle Fundament seiner akademischen Laufbahn. Diese Arbeiten führten schließlich zu seiner Habilitation für Experimentelle Neurochirurgie und der Venia Legendi an der Medizinischen Hochschule Hannover im Alter von 31 Jahren.

Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist die Entwicklung und klinische Integration von Technologien für die bildgestützte und funktionserhaltende Neurochirurgie. Seine Arbeiten umfassen Neuronavigation, intraoperative Bildgebung, Brain Mapping und neurophysiologisches Monitoring, moderne Visualisierungsverfahren sowie die Integration neuer Technologien in komplexe neurochirurgische Eingriffe.

Ein bedeutendes Forschungsgebiet seiner Arbeit ist darüber hinaus die Hörrehabilitation und Neuroprothetik. Über viele Jahre hat Prof. Samii an der Entwicklung chirurgischer Verfahren und implantierbarer Technologien zur Wiederherstellung der Hörfunktion auf unterschiedlichen Ebenen der Hörbahn mitgewirkt. Dazu gehören Mittelhirn-, Hirnstamm- und Hörnerv-Interfaces, die Mikrochirurgie, Neurowissenschaften, Neurotechnologie und funktionelle Rehabilitation miteinander verbinden.

Seit 2014 ist Prof. Samii Leibniz Fellow am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg. Dort leitet er das Programm „Intraoperative Mapping and Visualization of the Human Brain“ und arbeitet an der Schnittstelle von Neurochirurgie, funktioneller Bildgebung, Brain Mapping und neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung. Die Verbindung von klinischer Neurochirurgie und neurowissenschaftlicher Forschung bildet dabei eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer Verfahren zur funktionserhaltenden Chirurgie und zur Erforschung neuronaler Netzwerke des menschlichen Gehirns.

Seine aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten führen diesen translationalen Ansatz an der Schnittstelle von Neurochirurgie, Neurotechnologie, funktioneller Wiederherstellung, moderner Bildgebung und Brain-Computer-Interfaces fort. Ziel ist es, technologische Innovationen in klinisch relevante Anwendungen zu überführen.

Prof. Samii ist Autor oder Koautor von mehr als 200 peer-reviewten wissenschaftlichen Publikationen und verfügt über einen h-Index von 45 (Scopus). Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden international mehrere tausend Mal zitiert.

Neben seiner wissenschaftlichen Publikationstätigkeit engagiert sich Prof. Samii seit vielen Jahren intensiv in der internationalen neurochirurgischen Lehre und Weiterbildung. In den vergangenen 15 Jahren hielt er mehr als 250 wissenschaftliche und eingeladene Vorträge auf internationalen Kongressen, Symposien und Fortbildungsveranstaltungen. Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Ausbildung und Weiterbildung von Neurochirurgen sowie der internationale Wissenstransfer in Europa, Nordamerika, Asien, Afrika und Lateinamerika.

Prof. Samii wurde zu zahlreichen Gastprofessuren und wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen an internationalen neurochirurgischen Zentren eingeladen. Darüber hinaus wurde ihm die Ehrenprofessur des N. N. Burdenko National Medical Research Center for Neurosurgery in Moskau verliehen.

Er ist Mitglied verschiedener nationaler, europäischer und internationaler neurochirurgischer Fachgesellschaften und war über viele Jahre in leitenden Funktionen der World Federation of Neurosurgical Societies (WFNS) tätig. Über einen Zeitraum von mehr als acht Jahren gehörte er dem Führungsgremium des neurochirurgischen Weltverbandes an und übernahm dort unterschiedliche verantwortliche Funktionen.

Seine klinische und wissenschaftliche Tätigkeit verbindet damit komplexe Neurochirurgie, technologische Innovation und translationale Neurowissenschaften mit internationaler akademischer Zusammenarbeit und der Ausbildung der nächsten Generation von Neurochirurgen.