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Geschichte

Jede große Einrichtung hat eine faszinierende Geschichte. Die Geschichte des International Neuroscience Institute (INI) Hannover ist geprägt von einer kühnen Vision, unermüdlicher Innovation und einem tiefen Engagement für die Förderung der menschlichen Gesundheit.

Geschichte und Meilensteine: Ein Vermächtnis der Innovation in den Neuro­wissenschaften

Tauchen Sie ein in unsere Vergangenheit, um die Meilensteine zu verstehen, die unsere Entwicklung geprägt haben, die bewältigten Herausforderungen und den Pioniergeist, der uns auch weiterhin vorantreibt.

Die Geschichte des International Neuroscience Institute (INI) Hannover ist ein Zeugnis für visionäres Denken, unerschütterliches Engagement und das unermüdliche Streben nach Exzellenz in den Neurowissenschaften. Sein Weg – von einem zukunftsweisenden Konzept für eine Weltausstellung hin zu einem weltweit anerkannten Zentrum für neurochirurgische Versorgung und Forschung – ist geprägt von bemerkenswerten Errungenschaften und tiefgreifender Wirkung.

Professor M. Samii kurz vor der Fertigstellung des INI im Jahr 2000

Eine Vision für die Zukunft der Neuro­wissenschaften

Im Rahmen der Planung der Weltausstellung 2000 in Hannover – einer Veranstaltung, die bahnbrechende Ideen für das neue Jahrtausend präsentieren sollte – wurde Professor Madjid Samii gebeten, ein Konzept beizusteuern, das seine jahrzehntelange Pionierarbeit in der modernen Neurochirurgie widerspiegeln sollte.

Ausgehend von dieser beispiellosen Erfahrung formulierte er ein dringendes Anliegen: ein neues Paradigma für die klinische Neurowissenschaft. Professor Samii stellte sich ein Zentrum vor, in dem die Grenzen zwischen klinischer Versorgung auf Weltklasseniveau und bahnbrechender wissenschaftlicher Innovation verschwinden würden – einen Ort, der sich ganz auf die Bereitstellung einer herausragenden, patientenorientierten Behandlung konzentriert und gleichzeitig die Neurowissenschaften durch kooperative, interdisziplinäre Forschung vorantreibt.

Diese tiefgreifende Vision kristallisierte sich im Konzept des International Neuroscience Institute (INI) heraus, einer einzigartigen Einrichtung, die darauf ausgelegt ist, führende Experten aus Klinik und Forschung im Bereich der Neurowissenschaften unter einem außergewöhnlichen Dach zu vereinen.

Professor Fahlbusch (seit 2006 am INI, Pionier der Hypophysenchirurgie und der intraoperativen MRT-Bildgebung) und Professor M. Samii

Professor A. Samii und Professor M. Samii in den frühen 2000er Jahren am INI

Gründung und strategische Partnerschaften

Die Entwicklung des INI wurde zunächst von Professor Samii und seinem engagierten Team vorangetrieben. Das Projekt erhielt bald entscheidende Unterstützung durch die International Neurobionik Foundation, und eine positive Bewertung durch die Roland-Berger-Gruppe ebnete den Weg für eine staatliche Bürgschaft, die diesem im Kern privat finanzierten Vorhaben entscheidende Rückendeckung verschaffte.

Unter der Leitung von Professor Samii schlossen sich die wichtigsten Gründungsgesellschafter der INI GmbH zusammen. Ein entscheidender Partner in der Anfangsphase war Siemens Medical Solutions, das damals von CEO Dr. Reinhardt geleitet wurde. Siemens erkannte das einzigartige Potenzial der Initiative und verpflichtete sich, das Institut mit der fortschrittlichsten verfügbaren Medizintechnik auszustatten – ein Versprechen, das den technologischen Vorsprung des INI prägen sollte. Um operative Exzellenz zu gewährleisten, wurde die Asklepios-Gruppe als Krankenhausbetreiber ausgewählt.

Architektur und Einweihung

Die architektonische Umsetzung des gezielten Leitbilds des INI wurde dem Architekturbüro SIAT anvertraut. Aus dem inspirierten Entwurf von Professor Madjid Samii entstand das mittlerweile ikonische, gehirnförmige Gebäude – eine eindrucksvolle visuelle Metapher für das Engagement des Instituts im Hinblick auf die Komplexität des menschlichen Gehirns.

Dieses architektonische Meisterwerk, errichtet von der Firma Holzmann, wurde in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren fertiggestellt und erhebt sich im Herzen des Medizinparks Hannover. Dieser strategisch günstige Standort in der Nähe der Medizinischen Hochschule Hannover und des Fraunhofer-Instituts wurde gewählt, um ein reichhaltiges Ökosystem der Zusammenarbeit zu fördern; das Niedersächsische Zentrum für Biomedizinische Technik, Implantatforschung und -entwicklung (NIFE) wurde kürzlich direkt neben dem INI errichtet.

Am 21. Juli 2000 wurde das International Neuroscience Institute offiziell eingeweiht und galt als Vorzeigeprojekt der Weltausstellung EXPO 2000. Nur wenige Monate später, im Oktober 2000, öffnete es seine Türen für die ersten Patienten und läutete damit den Beginn einer neuen Ära in der neurochirurgischen Versorgung ein.

Baukonzept

Technologische Exzellenz vom ersten Tag an

Bereits seit seiner Eröffnung zeichnete sich das INI Hannover durch modernste Technologie aus. Ein wichtiger Meilenstein war die Installation des ersten 3-Tesla-MRT-Scanners für den klinischen Einsatz in Europa – ein Beleg für die enge Partnerschaft mit Siemens.

Darüber hinaus verfügte das Institut über einen der weltweit ersten Hybrid-Operationssäle, der mit einem biplanaren Angiographiesystem ausgestattet war. Zusammen mit einem umfassenden Angebot an fortschrittlichen Bildgebungstechnologien und hochwertiger chirurgischer Ausrüstung festigte dies die Position des INI Hannover an der weltweiten Spitze der neurochirurgischen Exzellenz – eine Position, die es mit Stolz bewahrt und kontinuierlich ausgebaut hat.

Führung und Vision

Die bemerkenswerte Entwicklung des INI Hannover wurde durch das Engagement und die Brillanz vieler Menschen geprägt, doch seine Gründung und sein beständiger Geist sind untrennbar mit seinem visionären Gründer verbunden.

Einfluss­reiche Persön­lich­keiten und Pio­niere

Die Geschichte des Instituts wird zudem durch die Beiträge zahlreicher Pioniere bereichert, die seinen interdisziplinären Ansatz mitgeprägt und seinen Ruf gefestigt haben:
Prof. Dr. med. Hans-Joachim Freund †

Ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Neurologie an der Universität Düsseldorf und Pionier auf dem Gebiet des MR-basierten Brain Mappings. Er trat dem INI bereits bei dessen Gründung bei, um die Abteilung für Neurologie und funktionelles Brain Mapping aufzubauen, wobei er die damals einzigartige 3-Tesla-MRT-Anlage des Instituts nutzte.

Prof. Dr. med. Hinderk Emrich †

Zuvor war er Vizepräsident des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine anerkannte Fachkompetenz auf dem Gebiet der Neurobiologie war entscheidend für die Einbindung neuropsychiatrischer Perspektiven in das ganzheitliche Versorgungsmodell des INI.

Prof. Dr. med. Uwe Piepgras †

Gründungsdirektor der Neuroradiologie am INI. Zuvor war er Leiter der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg; anschließend wurde er der erste Leiter der Neuroradiologie am INI Hannover, wo er fortschrittliche Protokolle für die Neurobildgebung etablierte und zur Entwicklung intraoperativer Bildgebungsverfahren beitrug. Seine Tätigkeit am INI dauerte bis 2007.

Prof. Dr. Anton Valavanis †

Interventioneller Neuroradiologe. Prof. Valavanis war am Universitätsspital Zürich tätig und galt als Pionier auf dem Gebiet der interventionellen Neuroradiologie. Seine innovativen Ansätze bei zerebrovaskulären Eingriffen haben das Fachgebiet maßgeblich geprägt, und seine Zusammenarbeit mit dem INI hat die Kompetenzen des Instituts im Bereich neurovaskulärer Behandlungen erweitert.

Prof. Dr. med. Gerhard Franz Walter

Neuropathologe und akademischer Leiter. Als ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Neuropathologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und Gründungspräsident der Medizinischen Universität Graz leitete Prof. Walter zudem das Promotionsprogramm am INI. Seine Fachkenntnisse im Bereich der neuropathologischen Diagnostik bildeten das Fundament für die akademische Plattform des INI.

Prof. Dr. med. Wolfgang Draf †

HNO-Chirurg und Pionier auf dem Gebiet der Schädelbasischirurgie. Als führende Persönlichkeit auf dem Gebiet der endoskopischen HNO-Chirurgie und der Schädelbasischirurgie war Prof. Draf zuvor Leiter der HNO-Abteilung in Fulda. Nach seiner Pensionierung leitete er die HNO-Abteilung am INI und verfasste gemeinsam mit Prof. Madjid Samii ein wegweisendes Lehrbuch zur Schädelbasischirurgie (1989), womit sie ihr gemeinsames Vermächtnis auf diesem Gebiet festigten.

Prof. Dr. med. Ladislaus Steiner †

Pionier der Radiochirurgie (Gamma Knife). Prof. Steiner, der zuvor am Karolinska-Institut und an der University of Virginia tätig war, gehörte zu den ersten Entwicklern der stereotaktischen Radiochirurgie. Seine Arbeit am INI eröffnete neue Möglichkeiten für die nicht-invasive Behandlung komplexer neurochirurgischer Erkrankungen.

Prof. Dr. med. Dieter Hellwig †

Facharzt für funktionelle und endoskopische Neurochirurgie. Zuvor war Prof. Hellwig an der Universität Marburg tätig und gehörte dort zu den Pionieren der neuroendoskopischen Chirurgie in Deutschland. Am INI leistete er einen wesentlichen Beitrag zur funktionellen Neurochirurgie und zu minimalinvasiven Verfahren.

Prof. Dr. med. Wolfgang Lanksch

Neurochirurg und akademischer Leiter. Als ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Neurochirurgie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Virchow-Klinikum) brachte Prof. Lanksch umfangreiches akademisches und klinisches Fachwissen in das INI ein, insbesondere in den Bereichen vaskuläre und spinale Neurochirurgie.

Prof. Shizuo Oi

Seit der Gründung des INI im Jahr 2000 prägte Prof. Shizuo Oi, Professor und Leiter der Pädiatrischen Neurochirurgie an der Jikei University in Tokio, den Aufbau der Kinderneurochirurgie am INI entscheidend mit. Als international renommierter Kinderneurochirurg gab er dem Fachbereich bereits in den Gründerjahren eine starke internationale Ausrichtung.

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Alfred Berger †

Er galt als Wegbereiter der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie in Deutschland und Europa. Von 1981 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 war er Leiter der Klinik für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Er war maßgeblich an der Etablierung zahlreicher moderner Techniken beteiligt, insbesondere in der Mikrochirurgie, der peripheren Nervenchirurgie und bei komplexen Rekonstruktionen. Er verstarb im Oktober 2022.

Internationales Aus- und Weiterbildungszentrum

Seit seiner Gründung hat sich das INI Hannover als globaler Knotenpunkt für Ausbildung und Exzellenz in der Neurochirurgie profiliert.

Neurochirurgen, Stipendiaten, Assistenzärzte und Medizinstudenten aus über 80 Ländern haben den Weg zum INI gefunden, um im Rahmen von Kurzzeitpraktika, längerfristigen Stipendien oder umfassenden Forschungsprogrammen neues Wissen zu erwerben. Dieses Engagement für die Förderung von Fachkompetenz auf allen Ebenen hat den weltweiten Ruf des INI gefestigt.

  • WFNS-Referenzzentrum Seit seiner Gründung fungiert das INI Hannover stolz als anerkanntes Ausbildungszentrum der World Federation of Neurosurgical Societies (WFNS) und unterstreicht damit die Bedeutung der Ausbildung als eine seiner tragenden Säulen. Das Institut ist nach wie vor ein lebendiger Knotenpunkt für den fachlichen Austausch und veranstaltet regelmäßig Kurse, Workshops und internationale Kongresse.

Die Vision weiterführen: Internationale INI-Initiativen

Das Engagement von Professor Madjid Samii für globale Öffentlichkeitsarbeit und Ausbildung kommt in mehreren internationalen Initiativen eindrucksvoll zum Ausdruck:

  • China INI (Peking) Ausgehend von Professor Samiis langjährigem Engagement für die Ausbildung von Neurochirurgen aus China (seit den 1980er Jahren) führte eine formelle Anfrage zur gemeinsamen Gründung des China INI in Partnerschaft mit dem Xuanwu-Krankenhaus der Capital Medical University. Das China INI, dessen Grundstein 2008 gelegt und das 2018 eingeweiht wurde, ist heute eines der weltweit größten neurochirurgischen Zentren und ein Vorzeigemodell für internationale Zusammenarbeit in der neurochirurgischen Ausbildung und Patientenversorgung, wobei das INI Hannover seit 2003 systematische Ausbildungsunterstützung leistet.
  • Iran INI (Teheran) Das Iran INI wurde von Professor Madjid Samii und seinem Team als humanitäre und akademische Initiative konzipiert und sollte das weltweit größte klinische Zentrum für Neurowissenschaften werden. Die 120.000 Quadratmeter große Anlage wurde 2016 baulich fertiggestellt und spiegelt das starke Engagement wider, in der Region neurochirurgische Versorgung und Ausbildung auf dem neuesten Stand der Technik anzubieten und durch die Wissenschaft Brücken zu schlagen. Auch wenn die weitere operative Entwicklung derzeit noch aussteht, bleibt die Vision des Iran INI als Leuchtturm für Patientenversorgung, Forschung und Lehre ein hochgeschätztes Ziel.
  • Shenzhen Samii Medical Center (SSMC) Das 2019 eingeweihte und zu Ehren von Professor Madjid Samii benannte SSMC (Viertes Volkskrankenhaus von Shenzhen) steht für eine einzigartige Synergie aus deutschem und chinesischem Fachwissen. Dieses öffentliche, auf Neurowissenschaften spezialisierte Krankenhaus verfügt über eine hochmoderne Abteilung für Neurochirurgie. Nachdem es Verzögerungen während der COVID-19-Pandemie überwunden hat, tritt das Zentrum nun in eine Phase dynamischer Entwicklung und internationaler Integration ein und ist bereit, seinen Wirkungsbereich und seinen Ruf weiter auszubauen.